Weihnachtsfeier ohne Karriereknick: Diese Fettnäpfchen lauern auf Sie
Nirgendwo lässt es sich so nachhaltig ins Fettnäpfchen treten wie bei der Weihnachtsfeier im Geschäft: Ausgelassene Brüderschafts-Zeremonien, ein Blick zu tief ins Glas, ein zu knapper Mini-Rock oder ein prickelnder Flirt, liefern viel Zündstoff für Klatsch und Tratsch – und das oft mehr als einem lieb ist. Wer auch nach der Feier mit gutem Gewissen bei der Arbeit erscheinen will, sollte ein paar Regeln beherzigen.
Oberägeri, im November 2010 – Die Weihnachtsfeier im Geschäft steht kurz bevor und ist meist mit einer Einladung zum Essen verbunden. Viele von uns treten bei dieser Gelegenheit von Fettnapf zu Fettnapf und das vermeintlich ungezwungene Beisammensein kann sich schnell als Karrierefalle entpuppen. Denn nach ein paar Gläsern Alkohol sind bei einigen die guten Sitten nicht nur gelockert, sondern auch alle guten Vorsätze schnell vergessen. Doch wie es der Name bereits sagt ist die Geschäftsfeier kein Privatvergnügen, sondern eine betriebliche Veranstaltung – entsprechend angemessen sollte man sich benehmen. Wer auf der sicheren Seite sein möchte und am nächsten Tag ohne Reue im Geschäft erscheinen will, dem sei geraten, sich ein Anti-Fettnäpfchen-Konzept bereitlegen, um auf peinliche Situationen vorbereitet zu sein und diese souverän meistern zu können.
Sie stehen unter Dauerbeobachtung
Auch wenn die Party noch so perfekt ist, bedenken Sie, dass Sie unter Dauerbeobachtung stehen und Ihr Chef registriert, wie Sie mit Ihren Kollegen umgehen, Kontakte pflegen und auch neue knüpfen. Die grössten Missgeschicke geschehen in angetrunkenem Zustand. Beim Alkoholgenuss ist deshalb Vorsicht geboten, denn der wird samt Auswirkungen genauso registriert wie der kurze Flirt mit der hübschen Kollegin oder dem smarten Kollegen aus der anderen Abteilung. Halten Sie sich unbedingt im Zaum und geben Sie Klatschbasen keine Chance.
Auch als Beobachter leben Sie gefährlich
Betriebsfeiern eignen sich sehr gut dazu, um einfach mal zu checken, wie perfekt der eine oder andere Mitarbeiter die gesellschaftlichen Spielregeln beherrscht. Aber auch als Beobachter sollten Sie sich bewusst sein, dass das Wissen um Ausfälle des Gegenübers Risiken birgt. Werden Sie beispielsweise Zeuge eines zunehmend ausgelassenen Personalleiters, sollten Sie sich höflich verabschieden. Denn Menschen neigen dazu, die Scham und das schlechte Gewissen am nächsten Tage auch jenen zu verübeln, die dabei waren.
Ess- und Tischmanieren
Angesichts der wachsenden Zahl von Insidern, die einen Knigge- oder Etiketten-Kurs besucht haben, empfiehlt es sich, auf die eigenen Ess- und Tischmanieren bedacht zu sein. Denn nirgends ist die Anzahl an wachen Augen so zahlreich wie an einer Weihnachtsfeier. Hier gilt das Motto: Benimm ist in oder wie man auch sagt: «Zeig mir wie Du isst und ich sag Dir, wer Du bist.» Jeder tut gut daran, die Regeln bei Tisch zu kennen um mit guten Manieren bei Vorgesetzten, Kollegen und Kolleginnen zu punkten. Informieren Sie sich über aktuelle Ess- und Tischmanieren sowie moderne Umgangsformen, damit Sie einen guten Eindruck hinterlassen.
Nicht zuletzt sind korrektes Auftreten und gute Tischmanieren heutzutage ein Muss, um nicht nur Eindruck, sondern auch Karriere zu machen.
Du, Sie oder doch Du?
Sollte Ihr Chef Ihnen in Trinklaune das ”Du” anbieten, überhören Sie es besser. Denken Sie immer daran, dass Ihnen spätestens am nächsten Arbeitstag wieder die alten Kollegen und der Vorgesetzte gegenüber sitzen. Achten Sie wieder auf einen sachlichen Umgangston. Werden Sie jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass man sich am Vorabend auf das ”Du” geeinigt hat, könne Sie es gerne annehmen.
Für Chefs: Reden schwingen zur Weihnachtszeit
Mit den Reden verhält es sich ähnlich wie mit der Weihnachtspost: Oft sind sie abgedroschen und sagen nicht viel aus. Nehmen Sie sich als Vorgesetzter Zeit und denken Sie darüber nach, was Sie Ihren Mitarbeitern zum Jahresende mit auf den Weg geben wollen. Eine Rede wird zum Aperitif oder bei einem feierlichen Essen nach der Vorspeise gehalten. Auf jeden Fall immer zwischen den Gängen, damit das Essen nicht kalt wird.
Kurz & bündig: Worauf es noch zu achten gilt:
- Die Teilnahme an der Weihnachtsfeier hat mit Respekt zu tun, ist deshalb ein Muss und darf nur aus wichtigen Gründen abgesagt werden. Wer die Einladung grundlos verschmäht, bekundet Desinteresse am Unternehmen.
- Seien Sie pünktlich! Für Einladungen, wo ein Apéro vorgeht, plant der Gastgeber vor dem Essen ca. eine Stunde ein. Bis spätestens zehn Minuten vor dem Essen sollten Sie als Gast eintreffen.
- Verweilen Sie nach dem Essen (Dessert und Kaffee) mindestens noch eine Stunde in der Gesellschaft. Ist ein Rahmenprogramm organisiert, sollten Sie pünktlich erscheinen und bis zum Ende des Programms bleiben. Ist bei der Einladung kein ”Ende der Veranstaltung” bekanntgeben, so sollten Sie sich im Voraus oder zu Beginn des Anlasses erkundigen.
- Reden Sie nicht über geschäftliches. Themen wie Gehaltserhöhung, Firmenpolitik oder Verbesserungsvorschläge sind fehl am Platz und sollten vermieden werden.
- Sprechen Sie auch mit Kollegen, die Sie nicht so gut kennen. Jetzt haben Sie die Gelegenheit diese näher kennenzulernen.
- Wählen Sie Ihr Outfit lieber etwas konservativer. Sie befinden sich immer noch in einem geschäftlichen Rahmen. Und wer weiss, was man am nächsten Tag sonst alles über Ihre Figur oder Ihr Outfit zu sagen hat?
- Vermeiden Sie, den neuen Duzfreund mit einer Brüderschafts-Zeremonie zu begiessen. Ein Handschlag reicht aus.
- Die Feier sollte Abstand vom Arbeitsalltag schaffen und die Mitarbeitenden in den Vordergrund stellen, daher besser nicht am Arbeitsplatz feiern.
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