Human Resource
Veröffentlicht vor 5 Monate, 1 Woche

NOT - wenden?

Schon in der  Wortzusammensetzung notwendig - NOT / WENDEN - ist zu erkennen, dass sich aus einer NOT, sofern wir es wollen und brauchen, durch eine Richtungsänderung eine Tugend gewinnen lässt. Wenn die NOT = Demographischer Wandel geändert werden muss, ist eine Einstellungsänderung erforderlich, denn sonst rennen wir in ein Desaster, prophezeien uns zumindest arbeitskräftemässig die Experten. Bis 2020 sind 31% der arbeitenden Bevölkerung der Schweiz zwischen 50 und 65 Jahre alt, sagt eine OSCD Studie. Viele Unternehmen haben die Verschiebung der Alterskultur noch nicht richtig wahrgenommen. Nur wenige Unternehmen und Behörden sind heute darauf eingestellt, diese Not zu wenden – eine angemessene Richtung einzuschlagen.

Das Bundesamt für Statistik prognostiziert ein erhebliches Arbeitskräftedefizit für die nächsten Jahrzehnte. Die Not, diesem Arbeitskräftemangel zu entgehen kann durch die Mobilisierung der „Silberrücken“ (50+) gewendet werden, meinen die gleichen Experten und der gesunde Menschenverstand.

Ein vorausschauendes HR Management wird sich jetzt schon fragen: „Was tun um 50 + Mitarbeitende aus der Reserve locken? Wie diese Not wenden?“

Heinrich K. ist jetzt 67 Jahre alt. Er hat sich mit 50 selbständig gemacht, eine GmbH aufgebaut, die er mit 66 verkaufte und heute eine Einzelfirma mit einem Jahresumsatz von über Fr 60´000.- unterhält. Er arbeite nicht sagt er, und hat Spass an dem, was und wie er es tut. In den letzten 17 Jahren hat er einige berufliche Herausforderungen durchlebt und blickt auch stolz auch auf 0 Fehltage in dieser Zeit zurück. Er bewegt sich hoch engagiert und steht voll im Berufsleben - bis heute.

Freunde und Bekannte in der ähnlichen Altersstruktur sind längst im Vorruhe- und Ruhestand. Sie haben sich auf ihr Rentnerdasein eingestellt. Gott sei Dank ist bei Einigen die aktuelle Lebensfreude durch die kleinen  Enkel geprägt. Und das zumindest, ist für diese Enkel und Grosseltern gut so!

Worin liegt der Unterschied zum Mechaniker Kurt M.. Er war gerade mal 61 Jahre alt, als die Firma sich neu orientierte und übernommen wurde. Seine Arbeitsbedingungen veränderten sich schlagartig. Er wurde gemobbt und krank. Folge war die Frühpensionierung mit 63.

Heute geht es ihm blendend! Neue Freundin und er verbringt viel Zeit für sein ausgeprägtes Hobby, alte Uhren zum Laufen zu bringen. Dies Alles weist auf einen lebensbejahenden vitalen Menschen hin. Er hat seine Not gewendet. Sich konsequent von seiner alten Firma verabschiedet und Schritt für Schritt dessen zugewandt, was er kann und wofür er, weit über seinen Bekanntenkreis hinaus, Wertschätzung und Anerkennung gewinnt: Sein Knowhow über komplizierte und präzise Feinmechanik.

Was für eine Vergeudung an Potential und Knowhow, aus Firmen- und sozialwirtschaftlicher Sicht!

Hätte eine „Altersgerechte Behandlung“ dieser Fachkraft seine Leistungen in den letzten Jahren bei der Firma geändert? „Nein“, behaupte ich als Autor. Wer will zwischen 60 und 70 schon altersgerecht behandelt werden? Die Einstellung und die damit notwendige veränderte Anerkennungskultur von und zu der 50+ Generation kann diese Not wenden. Was die Galupp Studie zu Beginn jeden Jahres in ihrer Engagementbefragung unter Arbeitnehmern bestätigt ist, dass nur ca. 15% der Arbeitenden hoch engagiert tätig sind, 60% ihre Arbeit machen und der Rest die innere Kündigung vollzogen hat. Als eine Ursache ermittelte die Studie mangelnde Wertschätzung und Führungsqualitäten. All diese Faktoren hängen direkt mit der mentalen Einstellung der Führungskräfte zu ihren Mitarbeitenden zusammen. Um diese Not zu wenden ist die Einstellung der jungen Kollegen zu den 50+ ins Visier zu nehmen. Sie sind es letztlich, die vom Wissen und Können der 50+ Generation am meisten profitieren.

Seit Jahren coache ich ein KMU in Winterthur. „Die Mitarbeiter sind die Firma“, so der Geschäftsführer Jörg M. Er sagt das nicht nur bei der GA. Er meint das auch so, was sich in und bei Weiterbildungsmassnahmen oder Teamevents widerspiegelt. Diese fühlbare Mitarbeiterzufriedenheit wird dann auch in der Kundenzufriedenheit wirksam, die in diesem Betrieb ständig online gemessen wird. 

Die Grundlage jeglicher nachhaltig greifenden Massnahme ist die Flexibilisierung der Einstellung. Mitarbeiter können und dürfen auch ihre Einstellung ändern. Ob sie es wollen ist eine andere Frage. Die Voraussetzungen dazu schafft das Management. Das bedeutet, vorhandene Einstellungen ständig auf den Prüfstand zu legen. Notwendige Veränderungen deutlich und für Alle sichtbar machen und angemessen ändern.

Erfolgreich wird die Einstellungsänderung z.B. eines Teams, wenn Unwirksames und Belastendes wirksam verlassen wird und die Ausrichtung auf einen gemeinsamen Horizont gelingt. Das bedeutet Schritt für Schritt die Not wenden und die persönlichen Horizonte der 50+ Generation und deren Erfahrung in Einklang bringen mit dem, was das Team oder die Firma will.

Eine 55jährige Sachbearbeiterin, deren Kinder sich bereits im Berufsleben behaupten, die zwei Blogs im Internet über ihre Abenteuerreisen und Erziehungserkenntnissen unterhält, ist in der Lage auch in einem Betrieb Verantwortung zu tragen. Sie übernimmt gerne anspruchsvolle Aufgaben, wenn ihr z.B. ein Jahreszeitarbeitsvertrag angeboten wird. Verantwortungsbewusstes Arbeiten und andererseits ausreichend Möglichkeiten mit ihrem Lebensabschnittspartner interessante Abenteuerreisen zu erleben, sind so unter einen Hut zu bringen. 

In unseren Seminaren tendieren die Teilnehmenden dazu, zuerst ihren persönlichen Horizont zu gestalten, damit das persönliche einen Platz im Firmen- oder Teamhorizont einnehmen kann.

Immer sind es fünf einfache Schritte, mit denen eine Flexibilisierung der Einstellungen erreicht wird, die die persönlichen und Firmen -Ergebnisse beeinflussen.

  • Mental und realistisch offen sein für neue Ergebnisse, Erkenntnisse und Ereignisse.
  • Verabschieden belastender und kontraproduktiver Prozesse und Handlungen.
  • Erste Schritte gehen und Ergebnisse, Erkenntnisse und Ereignisse auf Quantität und Qualität auswerten 
  • Ressourcen erweitern, Energie auf das Not-wendige konzentrieren und in kurz-, mittel- und langfristig einteilen.
  • Bereichernde Horizonte schaffen, in denen Lust und Leidenschaft, Wertschätzung, Anerkennung, kurz lebensbejahende Werte einen breiten Raum einnehmen, ohne die Realität und deren Wirkung zu vernachlässigen.

Die grosse Herausforderung!

„Ich kann ja meine Einstellung ändern, aber die Anderen! Wie soll ich deren Einstellung ändern?“ ist eine immer wieder auftauchende Frage von Seminarteilnehmenden. Auf das NOT-wendige Thema projiziert bedeutet das die Frage zu klären, wie eine Einstellungsänderung besonders der 50+ Generation erleichtert werden kann? Und das ist die eigentliche Herausforderung. Menschen sind routinesüchtig. Es sind die über viele Jahre eingeübten, erprobten und konsequent durchgeführten Handlungen. Weshalb wundern wir uns, wenn durch eine Veränderung alles anders wird? „Vielen Dank für die 30 Jahre Einsatz für die Firma. Jetzt beginnt für Sie ja der verdiente Ruhestand“, wird dem neuen Rentner sinngemäss bei der Verabschiedung mitgeteilt. Die 30jährige Routine wird jäh von einem Tag auf den anderen unterbrochen – verändert! Wer spätestens nach einem halben Jahr nach der Pensionierung vor einem Loch oder einer grossen Leere steht, hat zu wenig Übung mit Veränderungen umzugehen. Routinen zu leben hat Vorteile und vereinfacht Manches. Die Bereitschaft zum Wandel – Einstellung zu möglichen Veränderungen - schafft Flexibilität und schnelles Umdenken für neue andere Lösungen. Tatsache ist, dass Veränderung schon damit beginnt Dinge aus einem anderen Blickwinkel anzusehen. Einstein meinte dazu, dass ein Problem nicht mit demselben Bewusstsein gelöst werden kann durch das es entstanden ist. Das gilt auch für kleine Veränderungen.

Im Seminar fordere ich die Teilnehmenden auf nach jeder Pause den Platz zu wechseln, um mit einem neuen Blickwinkel weiter am Seminar teilzunehmen. Spannend ist, dass meist ältere Teilnehmende sich oft  sehr schwer tun diese leichte Veränderungsübung mitzumachen. Das geht manchmal bis zur Verweigerung den Platz mit einem Kollegen zu tauschen. Sie beharren auf ihrer eingestellten Position. 

Und dabei ist es so leicht Wandel zu üben und zu leben.

  • Einfach einen neuen Platz einzunehmen!
  • Einen neuen Weg zur Arbeit einschlagen.
  • Wir laufen die zwei Treppen, oder nehmen den Lift.
  • Wir trinken Tee statt Kaffee, oder umgekehrt.
  • Wir parken unser Auto andersrum als sonst.
  • Wir strahlen jemanden an, der es vielleicht nicht so offensichtlich verdient hat.

Welche dieser Handlungen sind einfach zu ändern? Wie bei anderen Dingen in unserer Entwicklung gilt die Devise: klein anfangen und sicher auf Wandel programmieren, bereit sein für Neues.

Wer mit kleinen Veränderungen spielt, wird dann mit einschneidenden Veränderungen sicherer und besser umgehen. Die Einstellung dazu wird dann für die 50+ Generation mit den beschriebenen fünf einfachen Schritten gefestigt und führt zu neuen lebensbejahenden Resultaten.

Eine gesunde Einstellung zu einer menschlicheren Anerkennungskultur in der Arbeitswelt nützt den 50+ Mitarbeitenden und den Berufsanfängern. Sie sorgt für einen Generationen übergreifenden menschlicheren Umgang miteinander. Eine verbesserte Anerkennungskultur hat zum Ergebnis, die gegenseitige Wertschätzung zu steigern. Die daraus resultierenden Erkenntnisse und Ereignisse bereichern die Horizonte der Mitarbeitenden und den des Unternehmens.

Kontaktinfo

Theo H. Koch

Name Theo H. Koch
Position Inhaber
Firma A&E Institut
Adresse CH-8274 Gottlieben
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